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Saatbettbereitung zur Wintergerste

Aktuelles Getreide
18.09.2014

Wie sieht eine gute Bodenbearbeitung und Saatbettbereitung zur Wintergerste aus?

Wintergerste stellt hohe Anforderungen an die Saatbettbereitung. Sie reagiert auf ungeeignete Saatbettbereitung und feuchte Aussaat schnell mit Mindererträgen. Die wichtigsten Punkte vor der Wintergerstenaussaat:

  • Wintergerste sollte vor dem Winter mindestens 55 Tage Zeit haben, um gut bestockte Pflanzen mit vier bis sechs Trieben zu erreichen.
  • Sie kann je nach Sorte, Standort und Jahr ab Mitte September gedrillt wer-den. Extreme Frühsaaten sind allerdings vor allem in Süddeutschland wegen der längeren Tage anfälliger gefährdet für Pilzkrankheiten wie Mehltau und Schneeschimmel oder einen Befall mit dem Gelbverzwergungsvirus. Spätsaaten bergen dagegen das Risiko der zu geringen Bestockung und damit weniger Ertrag.
  • Wintergerste braucht ein gut abgesetztes Saatbett. Daher sollte die Boden-bearbeitung mindestens zwei Wochen vor der Aussaat erfolgen. Dabei ist auf eine gute Rückverfestigung zu achten. Die Saatbettbereitung hat die krumentiefe Lockerung zum Ziel. Der Eggenstrich darf flach erfolgen, damit eine Ablagetiefe von 2 bis 4 cm erreicht wird.
  • Je nachdem, ob die Bodenbearbeitung mit dem Pflug oder pfluglos durchge-führt wird, muss das Strohmanagement, die Stoppelbearbeitung und die Be-kämpfung von Ausfallgetreide und Unkräutern durchgeführt werden.
  • Achtung Durchwuchsgefahr bei der Vorfrucht Winterweizen! Die Bodenbe-arbeitung darauf ausrichten, bei weniger als fünf Wochen zwischen der Win-terweizenernte und der Wintergerstenaussaat ggf. pflügen. Steht mehr Zeit zur Verfügung kann mit Stoppelbearbeitungsgeräten wie Flachgrubber oder Scheibeneggen und Totalherbizid gearbeitet werden.
  • Bei schlechten Aussaatbedingungen (mangelnde Bodenstruktur, späte Aus-saat, hohe Strohreste der Vorfrucht im Boden) ggf. mit schnellwirkendem Stickstoff (20 - 30 kg N/ha) düngen

 
Angelika Sontheimer