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Keine Hinweise auf krebserregende Wirkung von Glyphosat

Aktuelles Getreide
17.12.2013

BfR bewertet gesundheitliches Risiko des Wirkstoffs neu

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) prüfte im Rahmen der turnusmäßigen Neubewertung von Wirkstoffen mehr als 150 neue, nach den OECD Guidelines und GLP durchgeführte toxikologische Originalstudien und über 900 neu in wissenschaftlichen Zeitschriften publizierte Studien zum Wirkstoff Glyphosat. Die Analyse der zahlreichen neuen Dokumente ergibt keine Hinweise auf eine krebserzeugende, reproduktionsschädigende oder fruchtschädigende Wirkung durch Glyphosat bei den Versuchstieren.

Beistoffe werden geprüft

Es besteht auch kein Anlass, die gesundheitlichen Grenzwerte (insbesondere der täglich duldbaren Aufnahmemenge (ADI) wesentlich zu verändern. Aus der großen Anzahl der ausgewerteten Literatur ergibt sich jedoch, dass die Toxizität bestimmter glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel aufgrund der darin enthaltenen Beistoffe (z.B. Tallowamine als Netzmittel) höher sein kann als die des Wirkstoffes. Eine toxikologische Bewertung der Tallowamine wurde vom BfR in den Bericht integriert.

Keinen negativen Einfluss auf Wiederkäuer

Darüber hinaus hat ein vom BfR initiiertes und von der Tierärztlichen Hochschule Hannover durchgeführtes Forschungsprojekt erstmals den Einfluss eines glyphosat- und tallowaminhaltigen Pflanzenschutzmittels auf den Stoffwechsel und die mikrobielle Population des Vormagens bei Wiederkäuern untersucht. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind in dem Bericht des BfR enthalten. Sie zeigen, dass der Wirkstoff Glyphosat und die Beistoffe keinen negativen Einfluss auf die Mikroflora des Vormagens haben. Es gibt auch keine Hinweise, dass Bakterien der Spezies Clostridium sich unter dem Einfluss von Glyphosat verstärkt vermehren.

EU-Wirkstoffprüfung

Derzeit wird im Rahmen der EU-Wirkstoffprüfung geprüft, ob eine weitere Genehmigung des Wirkstoffes Glyphosat für den Einsatz in Pflanzenschutzmitteln möglich ist. Den Entwurf des Teilberichts für die gesundheitliche Risikobewertung hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nun abgeschlossen. Die turnusmäßige Neubewertung von Wirkstoffen ist ein von der EU-Kommission gesteuertes, routinemäßiges Verfahren, das alle Pflanzenschutzmittelwirkstoffe durchlaufen müssen. Damit soll sichergestellt werden, dass neue Forschungsergebnisse berücksichtigt werden und die Bewertung dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik entspricht. Berichterstattender Mitgliedsstaat für Glyphosat ist Deutschland.