You are here

Share page with AddThis

Fahrplan für das Herbizid-Management in Getreide

Aktuelles Getreide
04.02.2020
Herbizid-Management in Getreide 2020

Nach der Winterruhe starten die Unkräuter und Ungräser im Getreide zügig durch. Planen Sie bereits jetzt Ihren Herbizideinsatz im Getreide, damit Sie rechtzeitig in den Startlöchern stehen und der optimale Termin nicht verstreicht. Wichtig beim Herbizideinsatz ist ein durchdachtes Wirkstoffmanagement und hohe Wirkungsgrade.

Die Herausforderungen

Ohne Unkrautbekämpfung liegen die Ertragsverluste im Getreide bei durchschnittlich 20 – 30 %. Für die Wirtschaftlichkeit des Getreides spielt die Herbizidbehandlung im Pflanzenbau demnach eine tragende Rolle. Eine einfache Maßnahme ist sie aber keineswegs. Die Herausforderungen wachsen hier stetig. Das hängt zum einen an der begrenzten Wirkstoffpalette, die uns zur Verfügung steht. So wurde seit 30 Jahren keine neue Wirkstoffklasse im Bereich der Herbizide entwickelt. Deshalb stehen uns im Frühjahr für die Bekämpfung der Ungräser im Wesentlichen nur zwei Wirkstoffklassen zur Verfügung. Das ist die Gruppe der ACCase-Hemmer (HRAC-Gruppe A) und die Gruppe der ALS-Hemmer (HRAC-Gruppe B). Gleichzeitig wird die Bekämpfung von Ungräsern und Unkräutern schwieriger, weil Resistenzen stetig zunehmen.

Kennen sie den Resistenzstatus ihrer Flächen?

Neben dem grundsätzlichen Resistenzrisiko sollten Sie vor dem Herbizideinsatz den aktuellen Resistenzstatus Ihrer Flächen kennen. Eine gezielte Resistenzuntersuchung bringt hier natürlich Klarheit, wird aber in den seltensten Fällen zur Verfügung stehen. Dann empfiehlt sich folgende Vorgehensweise: Wenn Sie in der Vergangenheit trotz guter Einsatzbedingungen Minderwirkungen von ALS-Hemmern in Getreide oder Mais beobachtet haben, ist eine ALS-Resistenz naheliegend. Ebenso lässt sich eine ACCase-Resistenz vermuten, wenn ACCase-Hemmer in der Vergangenheit keine überzeugenden Wirkungsgrade erreicht haben.

Im Falle einer (vermuteten) ALS-Resistenz sollten Sie gezielt auf die ACCase-Hemmer zurückgreifen. Gleiches gilt natürlich umgekehrt. Wirken beide Wirkstoffgruppen nicht mehr sicher, könnte eine multiple Resistenz vorliegen. Eine rein chemische Frühjahrsbehandlung wird dann nicht mehr funktionieren. In diesem Falle hilft nur noch eine grundlegende Veränderung des Anbausystems. Dann sollten Sie im nächsten Jahr alle acker- und pflanzenbaulichen Maßnahmen ausschöpfen (z.B. angepasste Saattermine) und gezielt auf Herbstbehandlungen basierend auf den Wirkstoffen Flufenacet und Prosulfocarb (z.B. Boxer Cadou SC) setzen, um andere Wirkstoffklassen nutzen zu können.

Setzen sie auf Wirkstoffvielfalt!  

Wenn bei Ihnen noch keine Minderwirkungen zu beobachten sind, sollten Sie sich dennoch nicht in Sicherheit wägen. Jeder Herbizideinsatz birgt ein gewisses Risiko, dass einzelne Pflanzen, die eine geringere Herbizidempfindlichkeit haben, überleben und Samen produzieren. So kann der Anteil resistenter Pflanzen in der Population kontinuierlich zunehmen und Bekämpfungsprobleme sind vorprogrammiert. Sichtbar wird dies oft erst, wenn die Resistenz in der Fläche bereits etabliert ist. Einige Regeln sollten deshalb immer beachtet werden: Schauen Sie sich den Herbizideinsatz für Ihre gesamte Fruchtfolge an und überprüfen Sie, wie häufig welche Wirkstoffklassen bei Ihnen zum Einsatz kommen. Herbstbehandlungen mit anderen Wirkstoffklassen sind dabei ein wichtiger Baustein, um die ALS- und ACCase-Hemmer zu schonen. Hier muss ein Umdenken stattfinden. Natürlich ist es komfortabler auf ein bereits bekanntes Produkt zurückzugreifen. Es wäre aber wichtig, die zur Verfügung stehenden Wirkstoffklassen und Wirkstoffe möglichst vielfältig einzusetzen.

Lösungen oder Packs, bei denen zwei oder mehr Wirkmechanismen für die Bekämpfung desselben Ungrases/Unkrautes kombiniert werden, sind i.d.R. stabiler gegen Resistenzentwicklungen als Herbizide mit nur einem Wirkmechanismus. Im Fall der Kombination würden nämlich nur Pflanzen überleben, die gleichzeitig Resistenzen gegen zwei (oder mehr) Wirkmechanismen gebildet haben. Das Resistenzrisiko bei der Kombination von Wirkmechanismen wird von einigen Wissenschaftlern geringer eingeschätzt als das Resistenzrisiko einer gezielten Wirkstoffrotation im Rahmen der Fruchtfolge.

Der richtige Anwendungstermin ist entscheidend

Entscheidend für hohe Wirkungsgrade ist ein den Entwicklungsstadien der Gräser und Unkräuter angepasster Applikationstermin. Erfahrungen aus Versuchen und der Praxis zeigen, dass möglichst frühe Herbizidanwendungen häufig die besten Ergebnisse erzielen.

Daher wichtig: beobachten sie Ihre Flächen genau. In einem bisher milden Winter 2019/2020 gibt es durchaus Vegetationstage und ein stetes Wachstum der Gräser und Unkräuter mit geringeren Temperaturansprüchen wird tendenziell begünstigt. Bei den im Frühjahr generell schwerer bekämpfbaren Ehrenpreis-Arten können z.B. nur wenige Tage zwischen den Laubblatt-Stadien (guter Bekämpfungserfolg) und der Blüte (schlechte Wirkungsgrade) liegen.  Die Herbizidanwendung sollte häufig die erste Maßnahme im Frühjahr sein, gedüngt werden kann später.

Im Folgenden sehen sie Beispiele für die gute Wirkung von Avoxa im Frühjahr in Getreide, auch unter kühleren Anwendungsbedingungen. Die relative Temperaturunabhängigkeit hängt stark mit den guten Formulierungseigenschaften des Produktes zusammen.

Wirkungsstabilität von Avoxa bei Anwendung gegen Ackerfuchsschwanz unter kühlen Temperaturen

Quelle: Syngenta-Exaktversuche, Deutschland, 2012 – 2019, sensitive Standorte

Demoversuch zur frühen Anwendung von Avoxa in Winterweizen   

Erfahren Sie hier mehr über Avoxa - das Getreideherbizid mit dem Extraplus