You are here

Share page with AddThis

Braugerstenanbau in Deutschland rückläufig

Aktuelles Getreide
08.10.2014

Hohe Ernteerträge 2014 machen Flächenrückgang wett

Die Braugerstengemeinschaft e.V. München hat ihren ersten offiziellen Erntebericht 2014 erstellt. Die Grundlage bieten stichprobenartige Auswertungen verschiedener landwirtschaftlicher Behörden in allen deutschen Bundesländern.

Insgesamt wurde in der vergangenen Saison auf 347.000 ha Ackerfläche Sommergerste angebaut. Experten schätzen, dass 250.000 ha für Braugerste verwendet werden. Damit vermindert sich die Sommergerstenfläche in Deutschland um weitere 3,6 Prozent und befindet sich mittlerweile auf einem Tiefststand.
Insgesamt stand der Braugerste in diesem Jahr eine ausreichend lange Vegetationszeit zur Verfügung. Bis auf eine Trockenperiode im Frühjahr waren die Niederschläge ausreichend. Die Pflanzen hatten für die Bestockung und die Kornfüllungsphase ein gutes Nährstoffangebot. Die Erntearbeiten selbst wurden immer wieder von Regenfällen unterbrochen. Die Ernte zog sich in diesem Jahr deshalb über Wochen hin und die Partien mussten zuletzt Qualitätsverluste hinnehmen.

Niedrige Eiweißgehalte und unterschiedliche Qualitäten

Die Erträge sind mit einem Durchschnittswert von 59,5 dt/ha sehr hoch ausgefallen. Die Ertragsmenge der Sommergerste beläuft sich insgesamt auf 2 Mio. t. Der Eiweißgehalt ist mit 9,8 Prozent sehr niedrig ausgefallen. Der Vollgerstenanteil beträgt 89,2 Prozent.
Insgesamt stehen in dieser Saison, laut Braugerstengemeinschaft, in Deutschland rund 1,4 Mio. t Qualitätsbraugerstenmenge zur Verfügung. Die Qualitäten sind sehr unterschiedlich. Es wird geraten, auf die Keimenergien der Partien zu achten, die im Zuge der häufigen Regenunterbrechungen geerntet wurden.

Im Anbau befanden sich hauptsächlich die Sorten Grace, Propino und Quench. Die meiste Braugerste wird in Deutschland auf rund 100.000 ha in Bayern angebaut, gefolgt von Baden-Württemberg (60.000 ha), Niedersachsen (40.000 ha) und Thüringen mit 30.000 ha. Im Norden der Republik spielt der Braugerstenanbau nur eine untergeordnete Rolle.

Brigitte Braun-Michels