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Prokon: Kein Totalausfall für Anleger

Agrar News
07.05.2014

Insolvenz des Windenergieunternehmens Prokon Regenerative Energien

Am 1. Mai wurde das Insolvenzverfahren über die Firma Prokon Regenerative Energien eröffnet. Für die rund 75.000 Anleger mit Genussrechten ist nun eine Entscheidung über ihre offenen Ansprüche gefallen: 30 bis 60 Prozent der offenen Forderungen sollen zurückgezahlt werden. Schlimmstenfalls verlieren Anleger bis zu 70 Prozent ihres eingesetzten Kapitals.

Forderungen bis 15. September 2014 anmelden
Gläubiger müssen nun bis zum 15. September 2014 ihre Forderungen anmelden. Bis Mitte Juli sollen entsprechende Formulare über den Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin verschickt werden.

Das Unternehmen Prokon ist zahlungsunfähig. Zahlungsverpflichtungen von rund 391 Mio. Euro stehen 19 Mio. liquiden Mitteln gegenüber. Darüber hinaus ist Prokon verschuldet. Vermögenswerten von einer Mrd. Euro stehen Verbindlichkeiten von 1,5 Mrd. gegenüber. Die hohen Zahlungsverpflichtungen setzten sich in erster Linie aus gekündigten Genussrechten zusammen.

Gutachter haben die Forderungen der Prokon-Anleger anerkannt. Die Höhe der Rückzahlung an die Gläubiger ist hingegen noch mit vielen Unsicherheiten behaftet. Aus Sicht des Insolvenzverwalters wird sich der Erhalt einzelner Unternehmensbereiche positiv auf die Rückzahlungen auswirken. Beispielsweise sollen die Windparks und der Stromhandel fortgeführt werden. Von anderen Investments will man sich trennen. Es soll ein neuer, finanzstarker Investor für das Unternehmen gewonnen werden.

Keine Rückzahlung von bereits ausgezahlten Genussrechten
Anleger von Prokon, denen gekündigte Genussrechte bereits ausgezahlt wurden, müssen vermutlich nicht mit einer Rückzahlungsaufforderung rechnen, da eine Kenntnis der Gläubiger von der Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens wohl nicht nachzuweisen ist.

Anleger waren zu Investitionen in das Windenergieunternehmen mit einer versprochenen Rendite von bis zu 8 Prozent gelockt worden. Es wird dringend davon abgeraten, sich weiterhin an Projekten der alten Geschäftsleitung der Firma Prokon zu beteiligen. Die Bundesregierung will als Lehre aus dem Fall Prokon Anleger vor unseriösen Angeboten auf dem Kapitalmarkt besser schützen. Dazu sollen die Befugnisse der Finanzaufsicht BaFin erweitert werden.

Brigitte Braun-Michelsa