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Obstbau: Ganz vorne beim integrierten Pflanzenschutz

Agrar News
12.09.2013

Modellprojekt bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit ersten Ergebnissen

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen präsentierte jüngst die ersten Ergebnisse aus einem bundesweit geförderten Modellprojekt. Dessen Ziel ist es, den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel im Obstbau zu verbessern.

Laut Dr. Carolin von Kröcher, Leiterin des Pflanzenschutzamtes bei der Kammer, zeichnet sich ab, dass der Pflanzenschutzmitteleinsatz im Obstbau kaum noch optimiert werden kann. Um den Pflanzenschutz überhaupt noch verbessern zu können, wäre nach Einschätzung von Dr. Roland Weber vom Obstbauzentrum Esteburg eine noch intensivere Beratung und mehr angewandte Forschung mit längeren Projektlaufzeiten nötig.

Grundlegendes Wissen fehlt

Bei einigen bekannten Schädlingen wie den fruchtschädigenden Wanzen fehlt es noch an grundlegendem Wissen beispielsweise über den besten Zeitpunkt der Bekämpfung eines Schädlings. Gerade im integrierten Obstbau seien diese Kenntnisse jedoch besonders wichtig, da die Obstbauern einerseits wissen müssen, wann der beste Zeitpunkt ist, um einen Schädling zu bekämpfen. Andererseits muss deutlich sein, ob das Verhältnis Schädlinge/Nützlinge überhaupt einen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erfordert.

Integration von vorbeugenden, biotechnischen und mechanischen Verfahren

Innerhalb des Modells werden dementsprechend Vorführflächen und angrenzende Monitoringflächen angelegt. So will man demonstrieren, welches Potenzial zum Beispiel Blutlauszehrwespen oder Marienkäfer allein bei der Bekämpfung von Blattläusen haben. Auch die Bedeutung von Blühstreifen, Nisthilfen oder Steinhaufen für Mauswiesel für den Pflanzenschutz werden innerhalb des Projektes untersucht. Ebenso wird großer Wert auf die Integration von vorbeugenden, biotechnischen und mechanischen Verfahren bei der Durchführung von Pflanzenschutzmaßnahmen gelegt. Dr. Carolin von Kröcher betont: "Rückstände sind im Obstbau kein Problem. Die gesetzlichen Rückstandshöchstmengen sind bei 95 Prozent der Analysen nur bis zu einem Drittel ausgeschöpft."

Das durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz finanzierte Demonstrationsprojekt findet seit 2012 auf jeweils einem Betrieb in Guderhandviertel und auf einem in Westerladekop statt, demnächst soll ein dritter Hof hinzukommen. Das Projekt läuft bis 2017.

LWK Niedersachsen