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Neue Konzepte für Mitarbeiterführung

Agrar News
07.02.2014

Generation Y stellt andere Forderungen / Flexibilität und Veränderungsbereitschaft werden zum Maßstab

Fachkräfte sind jetzt und in Zukunft erst recht rar. Das betrifft auch die Landwirtschaft. Finden und Binden von Mitarbeitern und "high potentials" wird schon bald mehr über das Wohl und Wehe der Unternehmen entscheiden, als den Chefs lieb ist.

Gegenmaßnahmen erörterte Managementberater Dr. Torsten Schumacher vor mittelständischen Unternehmern diese Woche in Leipzig. "Alte" Führungsregeln würden nicht mehr passen. Die Generation Y, auch Web 2 genannt, stelle andere Anforderungen.

Die Führungskräfte und Mitarbeiter von morgen sind idealistisch und haben ihren eigenen Willen. Sie sind weniger loyal zu dem Unternehmen, für das sie arbeiten. Wichtiger ist die Bezugsperson, von der sie etwas lernen können. Sie sind örtlich weniger gebunden, suchen spannende Projekte, haben weniger mit Status "am Hut".

Inhalte interessieren mehr als Geld. Schumacher hält die Bindung über Geld für einen Trugschluss: "Mitarbeiter, die für Geld kommen, gehen auch wieder für Geld!" Wichtig bei der Mitarbeiterwahl sei weniger die Fachlichkeit, die erlernt werden kann, als eher die Einstellung zu der auszuübenden Tätigkeit.

Außerdem ist mehr Flexibilität bei den Unternehmen in Bezug auf Arbeitszeitmodelle gefragt. Teilzeitmodelle sollten gefördert und der Wunsch der Mitarbeiter nach einer guten Balance zwischen Familien- und Arbeitsleben ernst genommen werden. Warum jeder Mitarbeiter die gleiche Zahl an Urlaubstagen hat, stellt der Fachmann in Frage. Oft würden sich der Mehr- oder Minderbedarf an Urlaub sogar ausgleichen.

Damit Mitarbeiter bleiben, sollte man zudem das Wort Motivation streichen. Materielles und Sicherheiten, die bis heute groß geschrieben werden, hätten zur Folge, dass sieben von acht Mitarbeitern keine oder nur eine sehr geringe Bindung an das Unternehmen, für welches sie tätig sind, haben. Vielmehr gehe es darum, mehr Handlungsspielräume für die Mitarbeiter zu schaffen und wegzukommen von Entscheidungen, die von oben getroffen werden. Mitarbeiter sollen zu Mitautoren bei Veränderungsprozessen im Unternehmen werden.

Wer in Zukunft fähige Nachwuchskräfte für seinen Betrieb gewinnen und halten möchte, sollte sich von der Formel "Das haben wir immer schon so gemacht." verabschieden. Zukünftig gewinnen in den Augen des Managementberaters die Betriebe, die veränderungsfähig sind.

Brigitte Braun-Michels