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Klimabericht zeigt Folgen der Erderwärmung auf

Agrar News
02.04.2014

Landbewirtschaftung wird sich verändern

Jetzt ist er raus, der zweite Teil des neuen Klimareportes des Weltklimarates (IPCC). Über 300 Wissenschaftler haben fünf Jahre lang tausende Studien und Gutachten gesichtet. Sie sagen einhellig, dass Ernteeinbußen in der Landwirtschaft in Zukunft wahrscheinlicher sind als Zuwächse.

Der am stärksten von seinen Auswirkungen beachtete Teil des Klimawandels ist die globale Erwärmung. Über die letzten 50 Jahre ist die Erwärmung in Höhe von 0,13 Grad Celsius pro Jahrzehnt fast zweimal so groß wie diejenige über die letzten 100 Jahre.

Hitzewellen in Europa
Für Europa wird mit mehr Flusshochwasser, Extremregen, und Wasserknappheit im Süden gerechnet. Als möglich werden auch vermehrte Hitzewellen angedacht.
In Afrika werden verschärfter Wassermangel, Extremhitze und -regen sowie in Folge Ernteeinbußen und weitere wirtschaftliche Verluste vermutet. In Asien gelten mehr hitzebedingte Todesfälle, Unterernährung durch Wassermangel und Nahrungsknappheit als wahrscheinlich. Für Nordamerika könnten mehr Buschfeuer drohen. In Mittel- und Südamerika wird das Wasser durch schwindende Gletscher knapp. Auf dem australischen Kontinent zeigen sich durchgreifende Änderungen an Korallenriffen, mehr Extremregen und gefährliche Meeresfluten. Inselstaaten dürften sich zudem durch den steigenden Meeresspiegel vermindern.

Schon jetzt zeigen sich, laut Bericht, eindeutige Folgen des Klimawandels in Europa und Afrika: Rückgang der Gletscher, längere Vegetationsperioden in Europa und Erwärmung der Seen in Afrika. In Asien breiten sich Büsche in die Tundra aus. In Australien zeigt sich die Korallenbleiche. Auch in Nord-, Mittel- und Südamerika schrumpfen die Gletscher.

Rückgang der Weizen-, Reis-, Soja- und Maiserträge um bis zu einem Fünftel
Ernteeinbußen in der Landwirtschaft sind in Zukunft wahrscheinlicher als Zuwächse. Darin sind sich die Wissenschaftler einig. Weizen-, Reis-, Soja- und Maiserträge dürften in einigen Regionen dieser Welt um bis zu einem Fünftel zurückgehen. Ein Teil des Verlustes sei allerdings durch landwirtschaftliche Maßnahmen auszugleichen.
Verantwortlich gemacht wird für den Klimawandel die fortdauernde Anreicherung der Erdatmosphäre mit Treibhausgasen (Kohlenstickstoffoxid (CO2), Methan und Distickstoffmonoxid). Das Nutzen fossiler Energien (Brennstoffe), die Entwaldung und die Land- und Viehwirtschaft sind am Freisetzen der Treibhausgase beteiligt.

In der Wissenschaft sind die Auslöser des Klimawandels sehr umstritten. Seit der Entstehung der Erde hat sich das Klima stetig verändert und zu einer permanenten Umgestaltung und Veränderung der Kontinente geführt. Neben der wichtigen Begrenzung der Treibhausgasemission wird es in Zukunft auch darum gehen müssen, sich auf klassische Klimaveränderungen einzustellen.

Brigitte Braun-Michels