Generelle Empfehlung zum Anbau von Hybridgerste

Unsere Saatgut- und Pflanzenschutzexperten untersuchen seit vielen Jahren systematisch die Interaktionen zwischen den besonderen Eigenschaften der Wintergerstenhybriden und anbautechnischen Faktoren wie beispielsweise Saatstärken sowie Düngung und Pflanzenschutzmaßnahmen. Basierend auf diesen Versuchserfahrungen wurde ein Anbausystem entwickelt, das auf die besondere Wachstumsdynamik der Hybridgerste abgestimmt ist und das genetische Potenzial der Hybrid-Wintergerste voll ausschöpft.

Herbst:

Reduzierte Aussaatstärke

Aufgrund der hohen Vitalität und Bestockungsfähigkeit der Hybridgerste ist es äußerst wichtig, die Aussaatstärke im Vergleich zu konventionellen Liniensorten deutlich zu reduzieren. So wird sichergestellt, dass sich nicht zu viel Sprossmasse und Triebe/m² entwickeln und die Ertragsbildung durch gezielte Bestandsführung im Frühjahr optimiert werden kann. Bei normalen Saatterminen gilt als Faustregel: 2/3 der Aussaatstärke von konventionellen, mehrzeiligen Gerstensorten.

Anbautelegramm Herbst

Aussaatstärken (Körner/m²) in Abhängigkeit
von Sortentyp und Aussaatzeit

  Wootan Galation, Trooper, Bazooka, Celoona, Pharaoo, SY 214‑285 Mercurioo, Toreroo
Sortentyp Einzelährentyp Kompensationstyp Bestandesdichtetyp
Aussaatmenge
(Zielpflanzen/m²)
Termin, Keimfähigkeit und Saatbeschaffenheit berücksichtigen
frühe Aussaat
(bis 20.September)
160-190 140-180 130-170
normale Aussaat
(20.-30.Sept.)
190-240 180-220 170-210
späte Aussaat
(ab Oktober)
240-300 220-280 210-280

Frühjahr:

Um das Hyvido Ertragspotenzial voll auszuschöpfen, muss die Stickstoffdüngung im Frühjahr an die besondere Wuchsdynamik der Hybridgerste angepasst werden. Bei einem Bestand von 140 bis 200 Pflanzen/m² zu Vegetationsbeginn können die in der Tabelle aufgeführten Triebzahlen pro Pflanze als Orientierung für die notwendige N-Menge herangezogen werden. Die N1-Gabe muss sehr frühzeitig erfolgen, um den zeitigen Wachstumsstart der Hybridgerste zu unterstützen. Eine ausreichende Schwefelversorgung (1 kg S je 10 –15 kg N) ist sicherzustellen.

  • Modifizierte N‑Verteilung in Abhängigkeit von der Pflanzenentwicklung

    Darauf sollten Sie achten:

    • Die erste N-Gabe unbedingt früh zu Vegetationsbeginn ausbringen. Dabei auf einen ausreichenden Anteil schnell verfügbaren Stickstoffs (Nitrat-N) achten und die Schwefelversorgung sicherstellen.
    • Für eine 2-Gaben-Strategie auf trockenen und frühreifen Standorten die N3-Stickstoffgabe in stabilisierter Form gemeinsam mit der N2 ausbringen.

    Stickstoffdüngung (kg N/Ha)

    In Abhängigkeit von der Pflanzenentwicklung*

    Triebzahl N1 N2 N3
    Termin/
    BBCH-Stadium
    Bei
    Vegetations-
    beginn!
    29/30 37
    < 3 Triebe 80 40 60
    3 - 6 Triebe 60 60 60
    > 6 Triebe 40 80 60

    * Abhängig von Wasservorrat und Ertragserwartung; N‑Mobilisierung (Nmin) des Standortes mit einbeziehen

  • Wachstumsregler-Doppelbehandlung

    Zur sicheren Lagervermeidung im Gerstenanbau ist der frühe Einsatz von Wachstumsreglern zu Beginn des Schossens unverzichtbar. MODDUS kürzt die unteren Halmabschnitte zu diesem Zeitpunkt zuverlässig und nachhaltig ein, stabilisiert die Halme und fördert zusätzlich das Wurzelwachstum für nochmals verbesserte Wasser- und Nährstoffausnutzung. Mit einer zweiten Wachstumsreglermaßnahme vor dem Ährenschieben wird dem Halm- oder Ährenknicken zusätzlich vorgebeugt.

    Wachstumsregler – bei Hybriden besonders lohnend

  • Krankheiten sicher bekämpfen

    Für den frühen Schutz vor Blattkrankheiten steht mit GLADIO eine sehr breite, bewährte Lösung zur Verfügung, die ideal mit der MODDUS Maßnahme in EC 31/32 kombiniert werden kann. Besonders lange Dauerwirkung in der Abschlussbehandlung zu EC 39/49 bietet dann das neue ELATUS ERA OPTI. Durch die breite Wirkstoffausstattung werden alle relevanten Krankheiten inkl. Ramularia sehr sicher erfasst und der Resistenzbildung wird wirksam vorgebeugt.

    Schwerpunktempfehlung zum Wachstumsregler- und Fungizideinsatz

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