Praxis - Applikationstechnik Ackerbau - Additive - Wichtige Additive
 
 
Wichtige Additive

Additive wirken modifizierend auf Spritzbrühen, indem sie die Benetzung und Haftung von Pflanzenschutzwirkstoffen auf Pflanzenoberflächen beeinflussen (siehe Abbildung auf der Übersichtseite).

Sie wirken aktivierend, indem sie die Penetration von Pflanzenwirkstoffen durch die Kutikula und die Zellwand und ihre Aufnahme in das Blattinnere verstärken.

Durch den Zusatz von Additiven wird zunächst eine gleichmäßige Benetzung und Verteilung der Spritzbrühe auf der Zielfläche erreicht (siehe Tabelle). Nach der Auftrocknung der Spritzbrühe bleiben die Additive als dünne Schicht auf der Blattoberfläche zurück.

Aus ihr können die darin gelösten und fein verteilten Pflanzenschutzwirkstoffe in die Kutikula penetrieren bzw. diffundieren. Vorteilhaft ist, dass es in dieser Schicht beim Auftrocknen zu einer Auskristallisation der Wirkstoffe kommt, was erst eine Penetration ermöglicht.




  Wichtige gelistete Additive und ihre Charakterisierung

Handlesname Zusammen-setzung Additiv-gruppe Spreitung Haftung Penetration
Adhäsit®1 Marlapon + Methanol Anionisches Tensid
Frigate®2 Ethoxyliertes Talgamin  Kationisches Tensid
Genamin®3 T-200 NF Ethoxyliertes Talgamin  Kationisches Tensid
MonFast®4 Polyoxyethylierte Fettalkohole, Propylenglykol Nichtionisches Tensid
Breakthru®5 S240 Trisiloxan Nichtionisches Tensid
Li-700®6 Modifiziertes Sojalecithin
Alkylphenyl-hydroxypoly-oxyethylen
Modifiziertes natürliches Tensid
Agrocer®7 03 Montanwachs-säureester Montanwachs
Rako®8 Rapsöl; Rizinusöl-/Fettalkohol-ethoxylat Pflanzenöl
Schaumexx®9 Silikonöl Schaumstopp      

mittlere Wirkung   starke Wirkung

Listungen durch BBA, Stand 14.06.2002

Adhäsit®1: Spiess-Urania Chemicals GmbH, Hamburg
Frigate®2: ISK Biosciences Europe, Brüssel
Genamin®3 T–200 NF: Monsanto Agrar Deutschland GmbH, Düsseldorf
MonFast®4: Monsanto Agrar Deutschland GmbH, Düsseldorf
Break-Thru®5 S 240: Goldschmidt AG, Essen
Li-700®1: Loveland Agrochemicals Ltd., Cambridge
Agrocer®7 03: Clariant GmbH, Gersthofen
Rako®8: Bayer CropScience, Leverkusen
Schaumexx®9: Sudau Agro GmbH, Thalheim

Schon kurz nach dem Antrocknen können Regenschauer die Pflanzenschutzwirkstoffe nicht mehr von der Blattoberfläche abwaschen, da sie besser haften und rasch über Kutikula und Zellwand in das Blattinnere penetrieren.

Bei starker Absenkung der Oberflächenspannung und entsprechend guter Verteilung (Spreitung) der Spritzbrühe auf der Blattoberfläche kann die Spritzbrühe auch durch die Stomata in die Atemhöhle und die Blatt-Interzellularen eindringen, was die Regenfestigkeit ebenfalls erhöht.

Beim Auftrocknen der Spritzbrühe auf der Blattoberfläche werden zunächst die Wachsschichten mit den Additiven infiltriert und der Kontakt zur Kutikula verbessert. Additive und Wirkstoffe dringen von hier aus in das Blatt ein, indem sie durch Kutikula und Zellwand hindurchdiffundieren.

Anschließend können sie in der Lipidmittelschicht und anderen Zellmembranen akkumulieren. Es kommt zu einer Störung der Membraneigenschaften und zu erhöhter Durchlässigkeit (Permeabilität) für die Pflanzenschutzwirkstoffe.