Additive wirken modifizierend
auf Spritzbrühen, indem sie die Benetzung und Haftung von
Pflanzenschutzwirkstoffen auf Pflanzenoberflächen beeinflussen
(siehe Abbildung
auf der Übersichtseite).
Sie wirken aktivierend, indem sie die Penetration von Pflanzenwirkstoffen
durch die Kutikula und die Zellwand und ihre Aufnahme in das
Blattinnere verstärken.
Durch den Zusatz von Additiven wird zunächst eine gleichmäßige
Benetzung und Verteilung der Spritzbrühe auf der Zielfläche
erreicht (siehe Tabelle). Nach der Auftrocknung der Spritzbrühe
bleiben die Additive als dünne Schicht auf der Blattoberfläche
zurück.
Aus ihr können die darin gelösten und fein verteilten Pflanzenschutzwirkstoffe
in die Kutikula penetrieren bzw. diffundieren. Vorteilhaft
ist, dass es in dieser Schicht beim Auftrocknen zu einer Auskristallisation
der Wirkstoffe kommt, was erst eine Penetration ermöglicht.
Schon kurz nach dem Antrocknen können Regenschauer die Pflanzenschutzwirkstoffe
nicht mehr von der Blattoberfläche abwaschen, da sie besser haften
und rasch über Kutikula und Zellwand in das Blattinnere penetrieren.
Bei starker Absenkung der Oberflächenspannung und entsprechend guter
Verteilung (Spreitung) der Spritzbrühe auf der Blattoberfläche kann
die Spritzbrühe auch durch die Stomata in die Atemhöhle und die
Blatt-Interzellularen eindringen, was die Regenfestigkeit ebenfalls
erhöht.
Beim Auftrocknen der Spritzbrühe auf der Blattoberfläche werden
zunächst die Wachsschichten mit den Additiven infiltriert und der
Kontakt zur Kutikula verbessert. Additive und Wirkstoffe dringen
von hier aus in das Blatt ein, indem sie durch Kutikula und Zellwand
hindurchdiffundieren.
Anschließend können sie in der Lipidmittelschicht und anderen Zellmembranen
akkumulieren. Es kommt zu einer Störung der Membraneigenschaften
und zu erhöhter Durchlässigkeit (Permeabilität) für die Pflanzenschutzwirkstoffe.