Kulturen - Arznei- und Gewürzpflanzen - Kümmel
 
 
Kümmel (Carum carvi)

Geschätzte Anbauflächen ( in ha): 
Polen 10.000, Ungarn 1.000,
Deutschland 400, Österreich 600 

Verwendung
Kümmel ist ein beliebtes Gewürz für Backwaren, Fleischgerichte und Käse, und findet in alkoholischen Getränken und in der Medizin Verwendung. 

Boden und Klima
Kümmel verfügt über eine weite ökologische Streubreite, ist ziemlich frosthart und gedeiht auf tiefgründigen humus- und kalkreichen Böden am besten.

Sortenbeispiele

Zweijährige Sorten: 
Bleija, Volhouden NL
Kami, Sylvia DK
Niederdeutscher D
Konczewicki, Plewiski PL
Hollandi, Maud H
Einjährige Sorten:
Karzo NL
Bian Israel

Düngung (kg/ha)

Stickstoff N Phosphat  P2O5 Kali K2 Kalk (CaO)  Organische Düngung dt/ha
Einjähriger 70 
Zweij.: 
40 +40+40
50 90 Zur Vorfrucht Zur
Vorfrucht

N-Gabenteilung für den zweijährigen Kümmel: Zum Anbau im Sommer nach einer frühräumenden Kultur die ersten 40 kg (auf nährstoffarmen Böden sogar etwas mehr), bei schlechter Entwicklung noch eine zusätzliche Herbstgabe, damit ausreichend starke Pflanzen in den Winter gehen. Sind die Pflanzen zu schwach kommen sie im Folgejahr nicht zur Blüte. Die nächsten N-Gaben im zeitigen Frühjahr und vor dem Schoßen. Bei einjährigem Kümmel erfolgt die Stickstoffdüngung vor dem Anbau im Frühjahr.

Anbau:

Anbautermin
1000 Kornmasse g
Reihenweite
Saattiefe
Pflanzen/m²
Saatstärke

Zweij: 
III - Ende VII
Einj.:
Anf. IV    

3,5
20-30 cm
1-2 cm
60-70
6-8 kg/ha

Anbau mit Drillmaschine in ein seichtes, rückverfestigtes Saatbett. Einjähriger Kümmel sollte mit höherer Saatstärke und engerem Reihenabstand angebaut werden. Zweijähriger Kümmel kann in günstigen Lagen nach der Ernte einer frühräumenden Kulturart bis Ende Juli angebaut werden. Üblich ist auch ein Anbau unter Deckfrucht (meist Getreide) nach erfolgten Pflanzenschutzmaßnahmen, in einer Saatstärke von etwa 10 kg/ha. Dadurch werden Arbeitsgänge eingespart und eine Begrünung sichergestellt. Da Kümmel im ersten Jahr nur eine Blattrosette bildet, ist die Gefahr des Überwachsens nicht gegeben. 

Unkrautregulierung
Wie bei allen Spezialkulturen sollten nur unkrautarme Flächen für den Kümmelanbau herangezogen werden. Durch seine tiefe Pfahlwurzel ist Kümmel gut im Boden verankert und Unkraut kann daher leicht mechanisch (Hacken und Striegeln) bekämpft werden oder LENTAGRAN WP gegen breitblättrige Unkräuter einsetzen (Genehmigung nach § 18a PflSchG). In Österreich ist zur Unkrautbekämpfung
im zweiten Jahr zu Vegetationsbeginn Glufosinat-Ammonium zugelassen.

Schädlinge und Krankheiten

Copyright AGESCopyright AGESNach dem Aufgang kann es zu Schneckenfraß kommen.
Ab April findet man die orangegelben Eigelege der
Kümmelmotte in den Blattachseln. Die Raupen minieren
die Stängel, was zu Ertragseinbußen führen kann. Die Kümmelgallmilbe verursacht Chlorosen und Verkräuselungen. Weiters können auftreten: Sklerotinia, Echter und Falscher
Mehltau. Zur Bekämpfung von Blattläusen:  
PIRIMOR-GRANULAT 0,3 kg /ha

Ernte und Ertrag
Die Ernte kann beginnen, wenn der Bestand eine rötlich braune Färbung angenommen hat. Um das Erntegut zu schonen und die Verluste gering zu halten ist vorsichtig zu dreschen. (Verlängerung des Schneidtisches, Verringerung der Dreschtrommeldrehzahl, laufende Überprüfung der Windeinstellung). Bei Verletzung der Früchte kann ätherisches Öl austreten und damit die Qualität sinken. Praxiserträge 1.000 bis 2.000 kg/ha. Meist müssen die Früchte bei max. 35 °C auf 10- max.12 % Feuchte nachgetrocknet werden. Handelsware sollte eine Reinheit von 99,5 % aufweisen.